Am 26. Mai 2018 kam im Betriebs­saus­schuß der Antrag 182/2018 der Frak­tion „Die Linke/Piraten“-zur Bera­tung. Die­ser Antrag liest sich so, als wenn die gesamte Bevöl­ke­rung Enne­pe­tals von einer nicht zu unter­schät­zen­den Gefahr der Ver­strah­lung durch radio­ak­ti­ves Radon-Gas betrof­fen sei und des­halb Mes­sun­gen im Stadt­ge­biet durch­ge­führt wer­den sollten.
Nach­dem von Sei­ten der Stadt­be­triebe dem Aus­schuß erläu­tert wurde, daß defi­ni­tiv keine Gefah­ren für die Bevöl­ke­rung vor­liegt, da die Werte für Enne­pe­tal unter dem Limit lie­gen, wo Maß­nah­men ergrif­fen wer­den müß­ten – oder zumin­dest eine Gefah­ren­be­ur­tei­lung ange­bracht wäre, übte sich der Sach­kun­dige Bür­ger der Frak­tion „Die Linke/Piraten“ wei­ter­hin in Bedenken.
Wie es der Zufall nun will, hat die AfD Rats­frak­tion Enne­pe­tal mit Herrn Dr. Klaus-Jürgen Gold­mann einen pro­mo­vier­ten Geo­lo­gen in ihren Rei­hen, der als Fach­kun­di­ger Bür­ger im Umwelt­aus­schuß tätig ist. Dr. Gold­mann konnte zwar nicht an der Aus­schuß­sit­zung teil­neh­men, hatte uns aber auf Rück­frage eine kurze Email geschrie­ben, die wir dem Aus­schuß vor­tru­gen und an die Pro­to­koll­schrift­füh­re­rin weiterleiteten:

Alle Gesteine in die­sem Raum, d.h. mas­sige Kalk­steine (ehem. Riffe),.Kalkschiefer, Ton­schie­fer und Sand­steine sind auf­grund der sog. vari­sci­schen Fal­tungs­phase – der Gebirgs­schub kam von SE – ohne Aus­nahme erz­ge­bir­gisch, d.h SW-NE, aus­ge­rich­tet. Das heißt, die “strei­chen” in diese Rich­tung Die Schie­fe­rung ist genau so, wobei die Schie­fer­flä­che dann nach SE ein­fällt. (ist das zu geo­lo­gisch?) Die ehem. Riffe sind auf­grund ihrer Mas­sig­keit nicht geschie­fert. Klüfte und Stö­run­gen sind meis­tens recht­win­kling zum SW-NE Gebirgs­strei­chen, also NW-SE. Ihre Annahme ist rich­tig.
Gra­nite gibt es nur – wenn über­haupt – in einer Teufe (=Tiefe) von meh­re­ren 1000 m im Unter­grund Ein Gefähr­dungs­po­ten­tial von Radon hier ist defi­nitv aus­zu­schlie­ßen, es sei denn, jemand hat sich für sei­nen Kel­ler mas­sige Gra­nit­blö­cke aus demn Harz hier­her kar­ren las­sen und lebt dau­er­haft für Jahre über den Gra­ni­ten.
Die Wir­kung von Radon beruht auf der bele­ben­den [Wir­kung und] aki­ti­viert die Wider­stands­kräfte des Kör­pers. Ich wäre froh, wir hät­ten hier eine Radon­quelle!!

Führt man sich vor Augen, daß gerade das Mate­rial, wel­ches die Frak­tion „Die Linke/Piraten“ mit­ge­lie­fert hat, auch als Beweis der Unschäd­lich­keit der hier vor­lie­gen­den Situa­tion gel­ten muß, so kann man die­sen Antrag nur als Posse verstehen.
Da die Frak­tion „Die Linke/Piraten“ auf Rück­frage des Aus­schuß­vor­sit­zen­den den Antrag auf Beschluß stellte, war eine Abstim­mung not­wen­dig, nach­dem die AfD Rats­frak­tion noch­mal dar­auf hin­ge­wie­sen hat, daß die Beschäf­ti­gung ein­fach nur „Non­sens“ sei.
Außer dem Ver­tre­ter der Frak­tion „Die Linke/Piraten“ stimmte nie­mand für eine Mes­sung der Radon­be­las­tung im Stadtgebiet.
Somit wurde durch einen an sich kom­plett unsin­ni­ger Antrag – im Juris­ten­deutsch wird dies als „keine Aus­sicht auf Kla­ge­er­folg“ bezeich­net und führt zur Abwei­sung einer Klage – bei der Stadt­ver­wal­tung und somit beim Steu­er­zah­ler in Enne­pe­tal Kos­ten erzeugt, die nie hät­ten erzeugt wer­den dür­fen, da der Antrag­stel­ler schon im vor­aus anhand der Fak­ten­lage hätte erken­nen müs­sen, daß es purer Unsinn ist.
So aber gene­rierte die Frak­tion „Die Linke/Piraten“ pünkt­lich zur Voer­der Kir­mes einen Antrag, der schein­bar nur auf öffent­lich­keits­wirk­same Ver­un­si­che­rung der Bevöl­ke­rung abzielte – neben „Fake News“ also „Fake Anträge“. Das nen­nen wir als AfD Rats­frak­tion Enne­pe­tal „anti-populistisch“, weil unter dem Deck­män­tel­chen des Umwelt– und Gesund­heits­schut­zes der Bür­ger geschä­digt wird.
Ob die Frak­tion „Die Linke/Piraten“ ihre Frak­ti­ons­sit­zun­gen in mit Gra­nit­blö­cken aus­ge­mau­er­ten Kel­lern durch­führt und daher die Idee für den Antrag stammt, ist der AfD Rats­frak­tion Enne­pe­tal nicht bekannt. Zu wün­schen wäre es aber, damit die bele­bende Wir­kung von Radon-Gas auch die Gehirn­zel­len der Antrag­stel­ler erreicht und damit die Enne­pe­ta­ler zukünf­tig vor sol­chem Unfug schützt.
Frank Sche­rie

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