Nun haben wir also 2014. Als ers­tes soll­ten wir einen wei­te­ren Fuß­kran­ken im Euro-Raum begrü­ßen – soviel Anstand muß sein. Dies haben wir hier­mit getan und wir kön­nen uns ande­ren Din­gen wid­men – z.B. der finan­zi­el­len Mehr­be­las­tung der Kom­mu­nen und Kreise durch Ein­wan­de­rung in die Sozialsysteme.
Hier ein paar Zahlen:
- Deutsch­land hat eine Bevöl­ke­rung von 80,6 Mil­lio­nen Ein­woh­ner (80600000 EW)
– In Deutsch­land leben 6,8 Mil­lio­nen Aus­län­der (6800000 AEW)
NRW hat eine Bevöl­ke­rung von 17,5 Mil­lio­nen Ein­woh­ner  (17500000 EW)
– In NRW leben 1,6 Mil­lio­nen Aus­län­der (1600000 AEW)
– 7,5% (= 0,75) aller Deut­schen haben Anspruch auf Hartz IV Leis­tun­gen
– 10%  (= 0,10)  der in den letz­ten Jah­ren Zuge­zo­ge­nen aus Bul­ga­rien und Rumä­nien haben Anspruch auf Hartz IV Leis­tun­gen
– 15% der in Deutsch­land woh­nen­den Aus­län­der haben Anspruch auf Hartz IV Leis­tun­gen
– 46% (= 0,46) der zu erwar­ten­den Zuge­zo­ge­nen aus Bul­ga­rien und Rumä­nien besit­zen kei­nen aner­kann­ten Berufs­ab­schluß.
– 2013 geht man von einer Netto-Zuwanderung von 70000 Bul­ga­ren und Rumä­nen aus
– 2014 wird die Netto-Zuwanderung laut Pro­gnose bei 100000 bis 180000 Bul­ga­ren und Rumä­nen betra­gen.
– Summe Hartz IV Leis­tung für 5 Per­so­nen – 2 Erwach­sene mit jeweils einem Kind unter 6 Jah­ren , unter 13 Jah­ren und unter 17 Jah­ren = 1458 Euro (Hartz IV Sätze 2013)
Das Rechen­mo­dell
- pro­zen­tua­ler Anteil Bevöl­ke­rung NRW / Deutsch­land = 17,5 / 80,6 = 0,217 = 21,7 %
– pro­zen­tua­ler Anteil Aus­län­der in NRW / Aus­län­der in Deutsch­land = 1,6 / 6,8 = 0,235 23,5%
Hier­aus folgt, das NRW attrak­ti­ver für Aus­län­der ist als andere Bun­des­län­der.
Man muß also mit der zwei­ten Berech­nungs­grund­lage (0,235 bzw. 23,5%) weiterarbeiten.
- Bul­ga­ren und Rumä­nen in 2013 ver­teilt auf NRW = 70000 * 0,235 = 16450
– Bul­ga­ren und Rumä­nen in 2013 pro 30000 Einwohner-Gemeinde in NRW  = 16450 * 30000/17500000 = 28,2
– Anzahl der Bul­ga­ren und Rumä­nen mit Hartz IV Anspruch in 2013 pro 30000-Einwohner Gemeinde = 28,2 * 0,1 = 2,8
– Kos­ten für 30000 Einwohner-Gemeinde durch Rumä­nen und Bul­ga­ren im Jahr 2013  =  2,8 / 5 * 1458 Euro * 12 =  9867 Euro
Durch die kom­plette Arbeit­neh­mer­frei­zü­gig­keit ab 1.1.2014 sieht die Berech­nung für 2014 anders aus, da die Qua­li­tät der Zuwan­de­rung nicht mehr über die beruf­li­che Qua­li­fi­ka­tion gesteu­ert wer­den kann.
Güns­tigste Pro­gnose (2014)
- Nur 25% Hartz IV Bezie­her  anstatt 46% Neu­be­zie­hern aus Bul­ga­rien aus Rumä­nien
– Net­to­zu­wachs von 100000 Bul­ga­ren und Rumä­nen / Deutsch­land
– Bul­ga­ren und Rumä­nen in 2014 ver­teilt auf NRW = (70000 +  100000) * 0,235 = 39950
– Bul­ga­ren und Rumä­nen in 2014 pro 30000 Einwohner-Gemeinde = 39950 * 30000/17500000 = 68,4
– Anzahl der Bul­ga­ren und Rumä­nen mit Hartz IV Anspruch pro 30000-Einwohner Gemeinde – ent­hält zum einen den gerin­gen Anteil von 10% der Hartz IV  Bezie­her bis 31.12.2013 und den Neu­an­teil von 25% in 2014 = 28,2 * 0,1  + (68,4 – 28,2) * 0,25= 12,9
– Kos­ten für 30000 Einwohner-Gemeinde durch Rumä­nen und Bul­ga­ren im Jahr 2014 = 12,9 / 5 * 1458 Euro * 12 =  45139 Euro
Schlech­teste Pro­gnose (2014)
- 46% Hartz IV Neu­be­zie­her aus Bul­ga­rien aus Rumä­nien
– Net­to­zu­wachs von 180000 Bul­ga­ren und Rumä­nen / Deutsch­land pro Jahr
– Bul­ga­ren und Rumä­nen in 2014 ver­teilt auf NRW : (70000 +  180000) * 0,235 = 58750
– Bul­ga­ren und Rumä­nen in 2014 pro 30000 Einwohner-Gemeinde : 58750 * 30000/17500000 = 100,7
– Anzahl der Bul­ga­ren und Rumä­nen mit Hartz IV Anspruch – Ent­hält zum einen den gerin­gen Anteil von 10% der Hartz IV Bezie­her bis 31.12.2013 und den Neu­an­teil von 46% in 2014 : 28,2 * 0,1  + (100,7 – 28,2) * 0,46= 36,2
– Kos­ten für 30000 Einwohner-Gemeinde durch Rumä­nen und Bul­ga­ren im  Jahr 2014: 36,2 / 5 * 1458 Euro * 12 =  126571 Euro
Ver­gleicht man also die Beträge von 2013 zu 2014, dann kann es durch­aus im Bereich des Mög­li­chen lie­gen, das die Auf­wen­dun­gen aus­ge­löst durch die Arbeit­neh­mer­frei­zü­gig­keit um den Fak­tor 13 stei­gen – man kann es auch pla­ka­ti­ver aus­drü­cken: ca. 1300 %
Des­wei­te­ren kann man einen Kennzahl-Bereich für die Mehr­be­las­tung pro Einwohner/Jahr ablei­ten: 1,5 Euro bis 4,2 Euro. Diese Zah­len mul­ti­pli­ziert mit der Ein­woh­ner­zahl der Gemeinde in NRW ergibt die zu erwar­tende Mehr­be­las­tung des Haus­halts der Gemeinde pro Jahr
Wenn man davon aus­geht, das ein Arbei­ter oder Ange­stell­ter der städ­ti­schen Betriebe ca. 60000 Euro (Lohn, Ren­ten, Sozi­al­ab­ga­ben) für die Stadt als Arbeit­ge­ber kos­tet, muß man also zwei Leute theo­re­tisch  „raus­schmei­ßen“ bzw. darf frei­wer­dende Stel­len durch Ver­ren­tung nicht mehr beset­zen,  um das Geld wie­der rein­zu­ho­len, damit die Bilanz stimmt. Das kön­nen z.B. die Arbei­ter sein, die die Fuß­gän­ger­zone keh­ren oder die Blu­men­beete bepflan­zen – dies betrifft ins­be­son­dere Gemein­den, die unter Haus­halts­si­che­rung fal­len – also einen „Spar­kom­mis­sar“ vor die Nase gesetzt bekom­men haben.
Man kann also mit Fug und Recht davon aus­ge­hen, daß ein oder zwei Miets­häu­ser mit den inzwi­schen bekann­ten Zustän­den aus Duis­burg und Dort­mund die Folge für eine 30000 Ein­woh­ner Gemeinde sind. Inklu­sive Müll, Lärm etc. Lei­der müs­sen sich die Mit­bür­ger dort damit abfin­den – denn die zwei Arbei­ter, die für die Besei­ti­gung die­ser Miß­stände vor­ge­se­hen sind, sind  ja in Rente – oder wur­den raus­ge­schmis­sen – weil man das Geld ja wie beschrie­ben ander­wei­tig braucht.
Was bei die­sen gan­zen Berech­nun­gen lei­der außen vor bleibt, ist die Tat­sa­che, daß die gut bzw. hoch­qua­li­fi­zier­ten Zuwan­de­rer aus Bul­ga­rien, Rumä­nien oder ande­ren EU-Staaten  in denen es nicht so gut läuft, diese Län­der über­pro­por­tio­nal ver­las­sen – und damit kom­plette Staa­ten desta­bi­li­siert wer­den, in dem man der Bevöl­ke­rung das Wenige, was an Indus­trie und Sozi­al­sys­te­men nach dem Zusam­men­bruch des Ost­blocks vor­han­den war, in Zuge der Arbeit­neh­mer­frei­zü­gig­keit  auch noch weg nimmt. Typi­sches Bei­spiel: Arzt aus Deutsch­land wird schlecht bezahlt, geht nach Schwe­den oder in die Schweiz. Stelle wird durch rumä­ni­schen Arzt besetzt (den man natür­lich nicht so gut bezah­len kann – obwohl des fach­lich nicht halt­bar ist) – und in Buka­rest muß eine kom­plette Krankenhaus-Etage zuge­macht wer­den. Das ist nicht nur eine Schwei­ne­rei son­dern men­schen­ver­ach­tend. Wobei wir wie­der bei der Weis­heit ange­langt sind, daß abso­lute Frei­heit in der Bar­ba­rei endet. Punkt.
Frank Sche­rie
Nach­trag
Die EU läßt sich nicht lum­pen – um Neu­bür­ger aus  Rumä­nien und Bul­ga­rien “bes­ser zu inte­grie­ren” wird z.B. die Stadt Wup­per­tal mit 340000 Ein­woh­nern einen Betrag von 526580 Euro/Jahr erhal­ten (siehe hier) – bricht man dies  auf die ver­wen­dete “Standart-Stadt” mit 30000 Ein­woh­nern her­un­ter, kom­men wir auf 1,52 Euro/Jahr  zusätz­lich pro Bür­ger – oder 45600 Euro/Jahr – die irgendwo im Bund/Land bzw. in der Kom­mune  ein­ge­spart wer­den müs­sen . Man muß also mit 1,5 Euro/Jahr (Kom­mune) + 1,52 Euro/Jahr (Umweg EU)  = 3,02 Euro/Jahr pro Ein­woh­ner im güns­tigs­ten Fall bzw. mit 4,2 Euro/Jahr (Kom­mune) + 1,52 Euro/Jahr (Umweg EU)  = 5,72 Euro/Jahr pro Ein­woh­ner im schlech­tes­ten Fall rech­nen, die die neue Arbeit­neh­mer­frei­zü­gig­keit kos­tet. Liest man sich den o.g. Arti­kel durch, wird ja außer­dem zuge­ge­ben, daß die “Neu­bür­ger” an den Arbeits­markt her­an­ge­führt wer­den müs­sen. Was man den Bür­gern bis dato ver­kauft hat, sind aber hoch­qua­li­fi­zierte, sofort ein­setz­bare Mit­ar­bei­ter bzw. Hand­wer­ker mit ein wenig Sprach­de­fi­zit. Inter­es­sant. Ein Ham­mer ist ein Ham­mer und eine Zange ist eine Zange – in Deutsch­land und sonstwo.  Wie man bei­des hält, lernt man in der Lehre – und eine Inte­gral­glei­chung ist auf der Welt über­all gleich.  So gese­hen ist das ganze dem­nach keine Arbeit­neh­mer­frei­zü­gig­keit son­dern eher Ent­wick­lungs­hilfe im Gel­tungs­be­reich des Grund­ge­set­zes. Sozu­sa­gen “Entwicklungshilfe-Homeoffice” um Ter­mini der neuen Arbeits­welt zu benut­zen. Suche Zer­spa­nungs­tech­ni­ker  – bekomme Kes­sel­fli­cker.  Stellt sich nur die Frage, ob die EU-Mittel durch Mario Draghi’s wun­der­same Geld­ver­meh­rung “crea­tio ex nihilo” aus dem Nichts ent­sprin­gen – oder ob Deutsch­land über einen Umweg diese wie­der­ein­mal  selbst finan­ziert – durch höhere Schul­den.  Ich befürchte, es ist das Letz­tere – denn woan­ders in Europa ist ja nichts zu holen.