Zuge­ben – an die Spon­ta­ni­tät und der Bereit­schaft, Neu­mit­glie­der sofort über das Wohl und Wehe von mehr als 80 Mil­lio­nen mit­ent­schei­den zu las­sen, muß man sich als Mit­glied der AfD erst ein­mal gewöh­nen – zumal es sich hier nicht um die Pira­ten­par­tei han­delt, son­dern um die älteste Par­tei Deutsch­lands – sprich die SPD.
Das die SPD tief gespal­ten ist  - man­che wür­den in einer Ehe von einer Zerüt­tung spre­chen und sich Schei­dungs­an­wälte suchen – hier die Merkel-Apologeten und Bewah­rer des Nichts außer der Geschichte – dort die alerte Par­tei­ju­gend, denen man mit dem Rol­la­tor ein Bein­chen stellt – daran besteht kein Zweifel.
Beide Sei­ten haben natür­lich stich­hal­tige Argu­mente für ihre Posi­tion – aller­dings nur stich­hal­tig für die eigene Entou­rage – jedoch ein Graus für die andere Seite.
Neh­men wir ein­mal die “Bewah­rer” – um ihren zur Witz­fi­gur deklas­sier­ten 100% Par­tei­vor­sit­zen­den Mar­tin Schulz, der sich frü­her in Wür­se­len mit weni­ger Pro­zen­ten zufrie­den­gab – aller­dings in Form von flüs­si­gen Pro­duk­ten lang­ket­ti­ger Koh­len­was­ser­stoffe und als Außen­mi­nis­ter genauso schei­tern wird wie über­all, wo er seine Fach­kom­pe­tenz mit ein­brachte. Vor­teil bei die­sem Amt ist jedoch, daß er zukünf­tig nicht in einem  Hotel abstei­gen und vor­her an der Rezep­tion um das Aus­räu­men der Mini­bar bit­ten muß. Bot­schaf­ten haben immer ein Hin­ter­zim­mer­chen, in dem man die Inter­es­sen Deutsch­lands für ein Lin­sen­ge­richt oder weni­ger ver­scha­chern kann. Oder man das Kom­plett­ver­sa­gen mul­ti­me­dial auf­be­rei­ten kann – sprich: Nach dem Mil­lio­nen­grab Spaß­bad jetzt Bil­lio­nen­grab Euro­ret­tung. Schulz lief ja bekannt­lich weg…damals…in Würselen.
Natür­lich wird der erste Besuch sofort nach Frank­reich füh­ren – wo Herr Schulz von Herrn Makrone und sei­nem gut abge­han­ge­nen Gam­mel­fleisch freu­dig begrüßt wer­den dürfte – ob sofort die Unter­schrift unter die immer­wäh­rende Kapi­tu­la­tion Deutsch­lands – sprich: Die Trans­fer­union – gesetzt wird, ist frag­lich  – das sollte man  sich für das Jahr 2019 auf­he­ben – zum 100. Jah­res­tag des größ­ten Beschis­ses des 20. Jahr­hun­derts –der Unter­zeich­nung der Pari­ser Vor­ort­ver­träge – Stich­wort: Schand­frie­den von Ver­sailles.  Ja – nach dem Zah­len ist vor dem Zah­len. Und am Ende ist der Dumme der­je­nige, der zwar gezahlt aber nichts bekom­men hat – also Deutschland.
Gehen wir nun wei­ter im roten Pan­op­ti­kum, so sto­ßen wir auf Olaf Scholz. Das ist diese als Bür­ger­meis­ter kom­plett geschei­terte Witz­fi­gur mit dem Habi­tus eines Char­lie Brown, dem trotz ele­gi­en­haf­ter Beteue­rung, der G20 Gip­fel werde ein Erfolg, sel­bi­ger auf die Füße gefal­len ist – inklu­sive bür­ger­kriegs­än­li­cher Zustände und einem bis heute nicht abschlie­ßend zu bezif­fern­den Gesamt­scha­dens – da ist es auch völ­lig egal, ob die Elb­phil­har­mo­nie nun ein Erfolg ist oder nicht – wobei die künf­ti­gen Gene­ra­tio­nen sich nicht die Frage stel­len müs­sen, ob sie zah­len müs­sen  – son­dern wie lange und wie viel.
Wie man sieht, muß man nur rich­tig als Bür­ger­meis­ter ver­sagt haben, um nach einem alt­be­kann­ten Prin­zip in der SPD dann an expo­nier­ter Stelle Kar­riere zu machen – obwohl Kar­riere ja vor­aus­setzt, daß man eine vom Mit­tel­wert sich deut­li­che abhe­bende Fach­kom­pe­tenz besitzt.
Fach­kom­pe­tenz besitzt Olaf Scholz jedoch ins­be­son­dere im Arbeits­recht – denn dafür ist er ja Fach­an­walt. Und dort dürfte er – wenn er nicht in höhe­ren Sphä­ren schwe­ben würde – auch mit den unmit­tel­ba­ren Fol­gen der Befris­tung von Arbeits­ver­trä­gen zu tun haben – inklu­sive die­sem uner­träg­li­chen Sumpf von Leih­ar­beits­fir­men, die seit inzwi­schen einer Gene­ra­tion die­ses Land aus­plün­dern und eine Form von Lohn­drü­cke­rei gesell­schaft­lich eta­bliert haben, die Marx, Engels und Lasalle mit Licht­ge­schwin­dig­keit im Grabe rotie­ren lassen.
Und hier liegt genau der Hase im Pfef­fer, liebe SPD:  Eure Mit­glie­der ken­nen nicht die Not der­je­ni­gen, die in die Klauen der Leih­ar­beits­fir­men gera­ten, weil der feste Arbeits­platz weg­ra­tio­na­li­siert wurde – auf den Bal­kan oder in die Ukraine, wo bekannt­lich Kabel­bäume für deut­sche Premium-KFZ gefer­tigt wer­den – oder Mode für 700 Euro der Marke “CHEF” – das ist übri­gens auch die Erklä­rung für die “Not­wen­dig­keit, die Ukraine an die EU zu bin­den” – nicht Sicher­heit vor Ruß­land oder ande­rer Quatsch. Nein – die SPD besteht zu gro­ßen Tei­len aus Ange­stell­ten des öffent­li­chen Diens­tes – Stich­wort: Parteibuch-Karriere – und Beam­ten. Arbei­ter und abhän­gig Beschäf­tigte abseits der Rat­häu­ser, Ämter und Minis­te­rien sucht man da ver­ge­bens.  So gese­hen ist die SPD das, was man im Volks­mund als Mogel­pa­ckung beschreibt.
Schauen wir uns nun die ande­ren Prot­ago­nis­ten an – man glaubt ja manch­mal, die SPD gäbe es zwei­mal  – dort fin­den sich strikte GroKo-Gegner wie der Juso-Vorsitzende, die anstatt den Nie­der­gang zu ver­wal­ten die­sen stop­pen und umkeh­ren möch­ten. Raus aus dem Merkel-Fahrwasser -  Ruder back­bord – also links. Das ist die ehr­li­chere Alter­na­tive – denn Ein­heits­brei lie­fert Mer­kel frei Haus – obwohl dem grö­ße­ren Teil der Bevöl­ke­rung diese gut­mensch­li­che Zwangs­er­näh­rung inzwi­schen zum Halse raus­hängt und bei Anblick des Löf­fel­chens, das Mutti einem vor den Mund hält, über­mä­ßi­gen Brech­reitz entwickelt.
Daher emp­fiehlt es sich, die­sen Ver­trag doch mal zu lesen, der da heißt – sehr sper­rig – “Ein neuer Auf­bruch für Europa -  Eine neue Dyna­mik für Deutsch­land – Ein neuer Zusam­men­halt für unser Land”.
Als ers­tes sieht man, daß Europa über Deutsch­land gestellt wird. Das ist das Dümmste, was man machen kann – kur­zer Blick über den Atlan­tik reicht – dort brummt auch die Wirt­schaft, und zwar weil man die “Frei­händ­ler vor dem Herrn” in den Aller­wer­tes­ten getre­ten und dar­auf gepocht hat, die Arbeits­plätze dort ein­zu­rich­ten, wo die Wert­schöp­fung statt­fin­det – und das funk­tio­niert ! Und die Bar­geld­re­ser­ven wur­den – sagen wir frei­wil­lig – zurück­ge­holt – ohne Steuer-CD’s.
Mit Dyna­mik sollte sich die Kanz­le­rin aus­kenn­ten – aller­dings sollte sie wis­sen, daß Dyna­mik ein zwei­schnei­di­ges Schwert ist – und es Fest­kör­per – also zum Bei­spiel ihren Schwab­bel­hin­tern , die den auf­tre­ten­den Kräf­ten durch Behar­rung wider­ste­hen,  durch­aus zer­rei­ßen kann. Und der dritte Satz ist eine pure Frech­heit – denn ein neuer Zusam­men­halt bedeu­tet ja, daß man den alten nicht mehr will – oder die “schon län­ger hier Leben­den” höchs­tens als Bezah­l­att­rappe die­nen, bis sie ihre Schul­dig­keit – also die Ein­zah­lung in die Sozi­al­sys­teme – erle­digt haben um dann als Ein­heits­ren­tiers zur Tafel zu tingeln.
Und hier jetzt mal ein kon­krete Bespiele aus die­sem “Papier” (siehe https://www.ndr.de/nachrichten/koalitionsvertrag228.pdf)
“Wir wol­len den Miss­brauch bei den Befris­tun­gen abschaf­fen. Des­halb dür­fen Arbeit­ge­ber  mit mehr  als  75  Beschäf­tig­ten nur  noch  maxi­mal  2,5 Pro­zent  der  Beleg­schaft sach­grund­los befris­ten. Bei Über­schrei­ten die­ser Quote gilt jedes wei­tere sach­grund­los befris­tete Arbeits­ver­hält­nis als unbe­fris­tet zustande gekom­men. Die Quote ist jeweils auf den Zeit­punkt der letz­ten Ein­stel­lung ohne Sach­grund zu beziehen.”
Na wun­der­bar – spal­tet man Betriebe  in Service-GmbHs mit 74 Mit­ar­bei­tern auf, lacht sich jeder Kon­zern­sa­nie­rer über sowas kaputt.
“Auf die Höchst­dauer von fünf Jah­ren wird bzw. wer­den auch eine oder meh­rere vor­he­rige  Entleihung(en)  des  nun­mehr  befris­tet  ein­ge­stell­ten  Arbeit­neh­mers  durch  ein oder meh­rere Ver­leih­un­ter­neh­men ange­rech­net. Ein erneu­tes befris­te­tes Arbeits­ver­hält­nis mit dem­sel­ben Arbeit­ge­ber ist erst nach Ablauf einer Karenz­zeit von drei Jah­ren möglich.”
Herr­lich – die jetzt Ent­lie­he­nen wer­den auf kei­nen Fall das Ende Ihrer Befris­tung  wäh­rend der maxi­ma­len Dauer die­ser GroKo erle­ben – sowas nennt man Vor­spie­ge­lung fal­scher Tat­sa­chen – man kann auch sagen: Glat­ter Betrug an denen, die sich eh nicht weh­ren oder weh­ren können.
Das  Deutsch­land nach Neu­wah­len – gemäß dem Fall, die SPD-Basis lehnt die­sen papier­ge­wor­de­nen Furz ab – wie­der in ein poli­ti­sches Patt ver­sinkt, ist ziem­lich sicher – denn dann bräuchte es bei den neu­es­ten Umfra­gen schon drei Par­teien, da CDU/CSU  mit 30,5% und die SPD mit 17% nicht mehr mehr­heits­fä­hig sind. Und jeder in der SPD sollte wis­sen, daß Frau Mer­kel ihre Koali­tio­näre verzwergt und kan­ni­ba­li­siert – man frage die FDP oder die eige­nen  Leute, die von 2005 bis 2009 mit dabei waren.  So gese­hen wird eine Zustim­mung nicht der Stär­kung der SPD die­nen – son­dern den Abstieg nur beschleu­ni­gen. Bos­haft könnte man sagen: Setzt die SPD sich das Ziel von 30% so braucht es 13% Zuwachs – das ist aber 1% mehr als der Abstand zur 5%-Hürde, wenn es schief geht…und sowas geht schnell.
Auf der ande­ren Seite stände die SPD als Politik-Verweigerer da und dürfte eine Ableh­nung durch die Basis mit einem wei­te­ren Ver­lust an Wäh­lern bezah­len – und zwar der Abkehr der “Bewah­rer / Ver­wah­rer” – zumal  arbeit­neh­mer­freund­li­che­rer Bot­schaf­ten eher bei der AfD oder der Lin­ken  zu fin­den sind – die SPD sich also in einem Schlin­ger­kurs zwi­schen Skylla und Cha­ryb­dis befin­det. Es ist zwar der stei­ni­gere Weg – aber der bes­sere, weil lang­fris­tig geplant.
Die Genos­sen fin­den sich also in der Rolle eines Schach­spie­lers wie­der, wo zwei  fast gleich­wer­tige Spiel­fi­gu­ren durch Unauf­merk­sam­keit von einem Sprin­ger bedroht wer­den – und man sich nur noch aus­su­chen kann, wel­che Figur weg ist – aber das eine Figur weg sein wird, daran besteht kein Zweifel.
Frank Sche­rie