alfi_weissAlvi sagt…..
…das eine Schwalbe noch kei­nen Früh­ling und Rosen­beete noch kei­nen Som­mer machen. Lei­der möchte genau dies das Rat­haus in einem als “News­let­ter” titu­lier­ten monat­li­chen Nachrichten-Zirkular  – zu fin­den unter
http://www.ennepetal.de/fileadmin/user_upload/bilder/Adrian/Newsletter_Innenstadt_01.pdf
den Enne­pe­ta­lern vor­ma­chen. Wohlan – ein­zu­wen­den ist dage­gen erst mal nichts  – wie der Volks­mund so schön sagt: “Tue Gutes und spre­che dar­über”. Aller­dings sollte man dann auch was  Gutes getan haben. Um nun her­aus­zu­fin­den, ob sich eine Ände­rung zum Guten erge­ben hat, muß man die Situa­tion VOR und DANACH vergleichen.Machen wir das doch mal !
Auf Seite eins fin­den wir unter der Rubrik “Lokal­kunst” die blu­mige Beschrei­bung, wie man mit dem Leer­stand in der Fuß­gän­ger­zone inno­va­tiv umgeht. Nun – ein Kol­lege von Alvi hatte das zwei­fel­hafte Ver­gnü­gen, in einem süd­ost­eu­ro­päi­schen Land am Geba­ren und Sie­ges­zug des Sozia­lis­mus aktiv teil­neh­men zu dür­fen. Dort lie­fen geflü­gelte Sprü­che wie “Uns geht es so gut, die Schweine fres­sen Brot und wir trin­ken Cham­pa­gner” durchs Volk. Ja – denn das Brot war sub­ven­tio­niert und bil­li­ger als Schwei­ne­mast­fut­ter, so daß die Bau­ern mit sub­ven­tio­nier­tem ÖPNV in die Stadt fuh­ren und säcke­weise Brot zwecks Ver­füt­te­rung an die Schweine kauf­ten. Und der Sekt das ein­zigste, was es an “geis­ti­gen Geträn­ken”  manch­mal zu kau­fen gab.Aus lau­ter Not dra­pierte man dann meter­hoch Dosen­to­ma­ten im Schau­fens­ter zwecks Kaschie­rung des Ist-Zustands.
Ruft man sich in Erin­ne­rung, daß Andy War­hol sehr pla­ka­tiv und teuer Dosen­to­ma­ten ver­mark­tet hat, kann Alvi sich das Schmun­zeln nicht  ver­knei­fen. Aller­dings  ändert das nichts an der Tat­sa­che, das die Aktion nur tem­po­rär war und somit alles so ist, wie vor­her – oder um es mit Shake­speare zu sagen “Viel Lärm um Nichts” .
In die glei­cher Kate­go­rie fällt auch das Anpin­seln von Schalt­käs­ten – die, ob rot, braun oder lila gepifft,  in abseh­ba­rer Zeit genauso ver­gam­melt sein wer­den wie in schmutzig-grau – wel­ches viel bes­ser in die der­zei­tige Innen­stadt paßt. Abge­se­hen davon haben Anstri­che die dumme Ange­wohn­heit,  arg in Mit­lei­den­schaft gezo­gen zu wer­den, wenn man ver­sucht, die “Werke” der “Künst­ler” ‚die sich dort pro­du­zie­ren,  zu ent­fer­nen. Scheint  also wohl eher eine Arbeits­be­schaf­fungs­maß­nahme für den Bau­hof zu sein als der Teil eines schlag­kräf­ti­gen Kon­zepts für die Zukunft Ennepetals.
Da Alvi sich als schlauer Blau­fuchs auch mit Tak­tik und Stra­te­gie beschäf­tigt (Kar­ni­ckel sind zwar schnell – aber dumm), lie­gen ihm durch­aus soge­nannte “Matrix­spiele” – wie Dame, Schach und Mühle . Ob nun das Bestü­cken eines seit Jah­ren vor­han­de­nen Schach­bretts aus Geh­weg­plat­ten mit Spiel­fi­gu­ren die Stadt vor­wärts bringt, ist äußert zwei­fel­haft – ins­be­son­dere, wenn man die Tat­sa­che mit ein­be­zieht, daß in der Nach­bar­stadt Schwelm  auch ein sol­ches Schach­brett  inklu­sive  Figu­ren  seit Jahr und Tag von einer Per­son mit Rau­sche­bart und Jesus­lat­schen okku­piert wird, den man  getrost unter dem Begriff “Lebens­künst­ler” ein­ord­nen kann – Kauf­kraft sieht anders aus.
Anzu­mer­ken bleibt noch, daß in der glei­chen Stadt die – hört, hört ! – Ein­zel­händ­ler die Later­nen in der dor­ti­gen Fuß­gän­ger­zone mit Blu­men­kör­ben haben aus­stat­ten las­sen. Dies ist natür­lich in Enne­pe­tal eher nicht mehr mög­lich, da ja nach vor­lie­gen­den Infor­ma­tio­nen der nächste Leer­stand in der Voer­der Straße ansteht. Der Enne­pe­ta­ler liebt es beschei­den – Dis­tri­bu­to­ren für als “Mode” getarnte Putz­lum­pen gibt es ja in der Hei­len­be­cke.
“Rosige Zei­ten” sieht Alvi daher im Moment nicht – eher jedoch, daß die Rat– und Kon­zept­lo­sig­keit an der Poli­tik hängt wie eine Klette.
Fas­sen wir mal zusam­men: Es hat sich was getan – aller­dings nichts Posi­ti­ves – son­dern etwas Nega­ti­ves. Einen “News­let­ter” braucht es nach Alvi’s Ein­schät­zung erst dann, wenn die Nach­richt  lau­ten würde “Letzte gewerb­li­che Immo­bi­lie in der beleb­ten Fuß­gän­ger­zone an Fach­ge­schäft ver­mie­tet – Kun­den kön­nen auf zwei Park­plät­zen vor der Tür parken” .
Dann kann man mal eine Dose Toma­ten auf­ma­chen, Brot dazu rei­chen und mit einem Glas Sekt ansto­ßen – vor dem Haus Enne­pe­tal – denn Restau­ra­tion wird es ja dort in abseh­ba­rer Zeit nicht geben – nach­dem sich wie­der bewahr­hei­tet hat, daß Ama­teure bes­ser die Fin­ger vom Koch­topf las­sen soll­ten und die Geschäfts­idee  “Sack-Nudeln-und-Hack-von-der-Metro-bitte-sehr-macht-zwölf-Euro” schon  woan­ders geschei­tert ist.
Euer Alvi